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Mission Bildung – it´s possible?

Zum 50. Jubiläum:

Theaterabend XXL an der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule




Am 28. Juli 2026 fand anlässlich des 50jährigen Bestehens der Franz Xaver von Schönwerth – Realschule der Theaterabend ausnahmsweise ohne Beteiligung der Musiker, dafür aber in XXL-Fassung, statt – 90 Minuten, wie man es von Blockbustern wie dem, auf den der Titel des Stückes anspielt, gewohnt ist. Ansonsten wurde durchaus an Traditionen angeknüpft: Bewährte Leitung von Brigitte Bodensteiner und Thomas Spörer, das Stück wie immer von den Beteiligten selbst entwickelt und die gewohnte moderne und mit Überraschungen versehene Dramaturgie. Dabei kam man erneut mit sehr reduziertem Bühnenbild und Kostüm aus, gerade dies macht aber den Reiz und die Flexibilität, aber auch das Tempo des zeitgemäßen Theaters, wie es beispielsweise auch moderne Häuser wie das Nürnberger Schauspielhaus anbieten, aus. In Zukunft wird man allerdings ohne Edwin Herrman (mittlerweile 10a) auskommen müssen, da er – seit der 5. Klasse Mitglied von „theaterfieber“ – eigentlich schon seit Freitag nicht mehr Schüler dieser Schule ist, auch wenn er sich – wie viele andere ehemalige auch - immer verbunden fühlen wird.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Realschuldirektor Matthias Schall wurde dieser sogleich in die Handlung einbezogen und durfte den Auftrag an die Agenten geben. Diese hatten – stilecht zu den Klängen des Original-Themes von „Mission Impossible“ (1966 von Lalo Schifrin erschaffen) – bereits zuvor die Bühne betreten. Los geht´s „Mission Bildung“!

1975: Die Errichtung der Staatlichen Realschule Amberg wird beschlossen, der Bildungsauftrag für Stadt (und Land!) ist klar.

1975 – 1985: Damals sind noch Maschinenschreiben, Disziplin und Ordnung angesagt. „Type-Writer“ (Leroy Anderson) gibt den Takt beim Maschinenschreiben vor, und auch ansonsten ist Vieles streng vorgegeben, der Lehrer gibt den Takt vor wie ein Dirigent, die Schüler funktionieren synchron wie die Bgen der Streicher im eingeblendeten Orchester.

1985 – 1995: Es wird lockerer, das „Aerobic“-Zeitalter bricht an, der Lehrer wird vom Dirigenten zum Vorturner. Mitmachen erwünscht, aber wenn nicht …? Wichtiger ist, dass man in der Pause mitmacht, z. B. beim „Moonwalk“ von Michael Jackson oder jemanden hat, der einen „always love(t)“ wie Whitney Houston singt. Anstatt strenger Kleidung ist Neonlook angesagt, „Bravo“ ist ohnehin die bessere Schullektüre. Aber auch diese Zeiten sind hart – nicht nur wegen der Vollendung der New Wave of British Heavy Metal durch „Metallica“ … Breakdance, die ersten Rapper dissen …, wird es der Lehrerin gelingen, den Meinungspluralismus friedlich zu vereinen? Ja! oder „Check!“, wie die Agenten feststellen, es ist die Zeit von „Schule soll Spaß machen“, was zumindest die Theatergruppe dem Zuschauer vermitteln kann. Den tatsächlichen Spaß der realen Schüler – und auch der Realschüler – zu dieser Zeit können wir an dieser Stelle nicht beurteilen.

Anders geht es jenseits des „Eisernen Vorhangs“ zu: Die schulische Bevormundung entspricht der Bevormundung der Gesellschaft durch den Staat.

Aber auch die Mauern und Grenzen in Deutschland und in den Köpfen beginnen schließlich zu fallen. Lernen wird neu definiert, das Gemeinsame steht im Vordergrund.

1995-2005: Doch das Gemeinsame bekommt sofort erste Risse - die PISA-Studie offenbart eklatante Mängel … immerhin haben Schüler, Lehrer und Eltern etwas gemeinsam: Sie beschweren sich gemeinsam über die Zustände „Wir sind Schüler von heute, die in Schulen von gestern von Lehrern von vorgestern mit Methoden aus den Zeiten der Industriellen Revolution auf die Probleme von übermorgen vorbereitet werden.“ Aber man kann dem Ganzen auch Positives abgewinnen, auf dem man schließlich aufbaut, indem man an einem Strang zieht – so das Bild auf der Bühne. Außerdem – kreativ sind unsere Schüler auf alle Fälle, wie man im Fall der Ausreden bei nichtvorhandenen Hausaufgaben eindeutig festmachen kann. Auch ein Physiklehrer – man fasst es nicht! – beweist auf der Bühne seine Kreativität, indem er die magnetische Anziehung mit Hilfe von Nordpol(en) und Südpol(en), die sich gegenseitig anziehen (in dem Fall die Jacke) erklärt … beschwere sich noch einer über langweilige Naturwissenschaften.

2010: Namensgebung, wir werden „Franz Xaver von Schönwerth!“ (- Realschule) – Ihm zu Ehren sein Märchen „Das fliegende Kästchen“ – es gäbe da auch noch das fliegende K(lassenzimmer) von (Erich) Käst(ner) … aber nur, um beim Thema „Schule“ zu bleiben.

„Es war einmal …“ natürlich, ein Prinz und eine Prinzessin, was sonst. Der Prinz jedenfalls reist mit seinem fliegenden Kästchen in die Welt hinaus, um erwachsen zu werden und die große Liebe zu finden ... und wenn sie nicht gestorben sind ... langweilig … – heute fliegen unsere Schülerinnen und Schüler auch mit ihren Kästchen (Wischkästchen) digital in die ganze Welt hinaus und wir hoffen, dass sie dabei – oder trotzdem – erwachsen werden und ihr Glück finden. Das etwas in die Jahre gekommene Märchen jedenfalls präsentierten unsere neuzeitlichen Schüler mit viel Esprit und Modern Dance kreativ und zeitgemäß – das Märchen von gestern von den Schülern von heute mit einer Dramaturgie, die morgen noch Bestand hat.

2015 – 2025: Die Wischkästchen halten Einzug ins Schülerleben … Klassenchats … über Hausaufgaben ... auch wenn es ausnahmsweise gar keine gibt …

Markus Söder: „Die Schulen werden geschlossen!“ – großer Jubel, aber … Corona, Masken, Videokonferenzen … die Tücken des digitalen Alltags.

Corona ist irgendwann weggewischt, doch wir wischen munter weiter, am iPad und auch sonst wischen wir Vieles einfach weg ... und wenn sie nicht gestorben sind, dann wischen sie noch heute … und leben glücklich bis ans Ende ihrer (Schul-)Tage.

Was lernen wir jetzt daraus? Schule, Gemeinschaft und Mut bleiben, Lernen endet nie!

Mission erfüllt??? Oder doch impossible??? - Mission erfüllt!!! Mission war possible!!!


Applaus, Applaus …


„Auch wenn wir schon weit gekommen sind. Wir gehen immer weiter – hoch hinaus.“ (Tim Bendzko) - In diesem Sinne geht die Mission weiter … die nächsten 50 Jahre … „und dann geh´ ich nochmal tausend Schritte mehr.“




Jacqueline Böhm



 
 
 

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